09.10.2020, 09:00
Verschoben auf 15.10.2021: 48. Martinstift-Symposion
Linz, Brucknerhaus

"GEWALTIG" Menschen in herausfordernden Situationen begleiten

 

Auch wir als Diakoniewerk sind heuer gezwungen, in Hinblick auf Corona von einigen Veranstaltungen Abstand zu nehmen. So haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, das geplante Martinstift Symposion abzusagen. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Schließlich resultiert der Entschluss aber aus der Überlegung heraus, dass wir es gerade in unserem betreuungsintensiven Umfeld nicht riskieren wollen, eine Veranstaltung mit mehreren hunderten Teilnehmer*innen abzuhalten. Darüber hinaus haben wir für heuer ein Thema gewählt, das uns sehr wichtig ist und welchem wir angemessen Raum und Teilnahme ermöglichen wollen – nun halt 2021. 

 

Da der fachliche Austausch und der Diskurs unter Mitarbeitenden, Betroffenen und Expert*innen wichtiger Teil unserer gelebten Unternehmenskultur sind, möchten wir am 9. Oktober zur Online-Veranstaltung laden: GEWALT Corona. "Wie lange dauert das denn noch? Ich halt´ das nicht mehr aus!" . Nähere Informationen finden Sie in Kürze hier.

 

 

Das Martinstift-Symposion 2021 beschäftigt sich mit Aggression und Gewalt in der täglichen Arbeit.  Wie sind die gesellschaftlichen Bedingungen, was macht das mit jedem Einzelnen von uns und wie kann man damit umgehen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich:

  • Mag. Dr. Thomas Müller, Kriminalpsychologe
  • Prim.a Dr.in Adelheid Kastner, Vorstand der Klinik für Psychiatrie mit Forensischem Schwerpunkt
  • Silvia Stephan und Philipp Diermaier, Lösungsmittel GsbR, Institut ProDeMa
  • MMag. Dr. Martin Kitzberger, Leiter Justizanstalt Asten, Forensisches Zentrum Asten

 

Das Martinstift-Symposion ist im Sinne der Fortbildungsverpflichtung im Rahmen des Sozialbetreuungsberufegesetzes und als Fortbildung im Rahmen der Fortbildungsverpflichtung gemäß § 63 GuKG anrechenbar.

Programm

Programm

Freitag, 09. Oktober
09:00

Begrüßung und Eröffnung

09:15

"Schlechte Kommunikation-Angst-Aggression; die Kaskade der Destruktivität"
Hon.Prof. Mag. Dr. Thomas Müller 

10:25

Prim.a Dr.in Adelheid Kastner

11:15

Pause

12:30

"Professionelles Deeskalationsmanagement für Menschen mit Beeinträchtigungen"

Philipp Diermaier und Silvia Stephan

13:05

"Am Ende Maßnahmenvollzug - ein Einblick"

Oberrat MMag. Dr. Martin Kitzberger

13:45

Abschluss

14:00

Ende

ReferentenInnen

Schlechte Kommunikation-Angst-Aggression;
die Kaskade der Destruktivität
Hon.Prof. Mag. Dr. Thomas Müller

Schlechte Kommunikation-Angst-Aggression; die Kaskade der Destruktivität

In seinem Referat geht Dr. Thomas Müller auf die Ursache von Angst und Aggression ein - nämlich eine schlechte, unglückliche oder im schlimmsten Fall eine gänzlich abgebrochene Form der Kommunikation. Anhand von zahlreichen Beispielen zeigt er auf, dass Interaktion und Kommunikation sehr wohl konstruktiv, aber auch destruktive Komponenten beinhalten kann und dabei eine Kettenreaktion über Angst zur Aggression auslösen kann.

 

Zur Person:

Gerichtl. beeid. und zert. Sachverständiger, Fachgebiet: Kriminalpsychologie

Die Grundausbildung für Sicherheitswachebeamte in der Bundespolizeidirektion Innsbruck bildete 1982 Müllers Einstieg in die Polizeiarbeit. Nach seiner Dienstprüfung versah er mehrere Jahre seinen Dienst als uniformierter Polizist am Innsbrucker Hauptbahnhof. Nebenbei studierte Müller Psychologie und beendete das Studium 1991 als Mag. phil. an der Universität Innsbruck. 1993 begann er im Innenministerium den Kriminalpsychologischen Dienst aufzubauen. 2001 promovierte er dort zum Dr. rer. nat. im Bereich Kriminalpsychologie / Forensische Psychiatrie.

Müller absolvierte Spezialausbildungen im Bereich der Strafrechtspflege, Kriminologie und der Verbrechensanalyse. Er erhielt Lehraufträge und hielt Vorträge an verschiedenen Einrichtungen und Universitäten im deutschsprachigen Raum, in weiteren Ländern Europas, sowie AmerikaSüdafrika und Australien.

Durch seinen Kontakt zum FBI und einen Lehraufenthalt in den Vereinigten Staaten bei Spezialisten der Kriminalpsychologie qualifizierte er sich weiter. Er war unter anderem bei der Ermittlung der Serientäter Jack Unterweger in Österreich, Horst David und Frank Gust in Deutschland, Moses Sithole in Südafrika, Mischa Ebner in der Schweiz und dem Briefbomber Franz Fuchs in Österreich aktiv. Vor allem das relativ exakte Profiling von Franz Fuchs (es stimmten nach Müllers Zählung 22 von 24 vorhergesagten Merkmalen mit dem Täter überein) machte ihn bekannt, obwohl das Täterprofil zu keinem Fahndungserfolg führte und in Kernpunkten wie dem Alter falsch war. Müller erklärte seine falsche Altersprognose mit dem „Verhaltensalter“, das vom biologischen Alter abweichen könne.

Prim.a Dr.in Adelheid Kastner

 

Zur Person:

Vorstand der Klinik für Psychiatrie mit Forensischem Schwerpunkt

Professionelles Deeskalationsmanagement für Menschen mit Beeinträchtigungen
Philipp Diermaier

Professionelles Deeskalationsmanagement für Menschen mit Beeinträchtigungen

In dem Referat werden die grundlegenden Eckpunkte eines professionellen Deeskalationsmanagements anhand praktischer Beispiele, mit Fokus auf Menschen mit Beeinträchtigungen, erörtert. Ziel des Vortrages ist es verschiedene Präventionsmöglichkeiten, deeskalierende Verhaltenskompetenzen, sowie Inhalte einer Nachsorgekonzeption kennen zu lernen. Diese Themen werden nicht nur anhand eines Vortrages präsentiert, sondern es wird auch zum „mitmachen“ eingeladen!

 

Zur Person:

Geschäftsführer Lösungsmittel GsbR, Lehrtrainer am Institut ProDeMa®

Mehrjährige Berufserfahrung/ Leitungstätigkeit in verschiedensten Bereichen des Gesundheits.- und Sozialwesens

Arbeitsschwerpunkte: Deeskalationstraining, Fachberatung, Coaching von Teams, die Menschen mit Doppeldiagnosen und herausfordernden Verhaltensweisen begleiten, Trainerweiterbildung 

Professionelles Deeskalationsmanagement für Menschen mit Beeinträchtigungen
Silvia Stephan

Professionelles Deeskalationsmanagement für Menschen mit Beeinträchtigungen

In dem Referat werden die grundlegenden Eckpunkte eines professionellen Deeskalationsmanagements anhand praktischer Beispiele, mit Fokus auf Menschen mit Beeinträchtigungen, erörtert. Ziel des Vortrages ist es verschiedene Präventionsmöglichkeiten, deeskalierende Verhaltenskompetenzen, sowie Inhalte einer Nachsorgekonzeption kennen zu lernen. Diese Themen werden nicht nur anhand eines Vortrages präsentiert, sondern es wird auch zum „mitmachen“ eingeladen!

 

Zur Person:

Heilerziehungspflegerin, Deeskalationstrainerin nach ProDeMa®, Burnout und Resilienz Beraterin, Fachbereichsexpertin für den Bereich Menschen

mit Behinderung bei ProDeMa®

Arbeitsschwerpunkte: Deeskalationstraining, Fachberatung, Coaching von Teams, die Menschen mit Doppeldiagnosen und herausfordernden Verhaltensweisen begleiten

Am Ende Maßnahmenvollzug - ein Einblick
Oberrat MMag. Dr. Martin Kitzberger

Am Ende Maßnahmenvollzug - ein Einblick

Achtung! Auch fremdgefährliche Menschen mit Beeinträchtigung finden sich nach einer entsprechenden Verurteilung in diesem letzten legitimen Ort der Institutionalisierung in Österreich ein - in der Forensik, wie der Maßnahmenvollzug für geistig abnorme Rechtsbrecher oft synonym genannt wird. In dieser Einrichtung des Bundesministerium für Justiz gilt es die einweisungsrelevante Gefährlichkeit abzubauen, sodass keine solche mehr für andere Menschen gegeben ist. Über diese oftmalige Quadratur des Kreises speziell bei geistig behinderten Menschen in dieser totalen Institution wird berichtet. Der Umgang mit der innerinstitutionellen - oft schier unberechenbaren - Gewalt wird in den Fokus genommen.

 

Zur Person:

Leiter Justizanstalt Asten

  • Studiert an der Universität in Wien (Ö) und in Ulm (D)
  • Humanwissenschaftler, Klinischer und Gesundheitspsychologe, Philosoph
  • Leiter des Forensischen Zentrums Asten (seit Bestehen 2010) bzw. nun Justizanstalt Asten (seit 2019), zuvor Begutachtungs- und Evaluationsstation für Sexual- und Gewaltstraftäter (Wien) sowie Vollzugsverwaltung, Abteilung Betreuung (Wien)
  • Lehrbeauftragter Strafvollzugsakademie, Lektor für Rechtspsychologie auf der JKU in Linz, Lektor für Forensische Psychologie an der SFU in Wien
  • Forschung, Veröffentlichungen und Vortragstätigkeiten im Bereich Straf- und Maßnahmenvollzug sowie Forensischer Psychologie, Rechtspsychologie seit 2002
Veranstaltungsort

Ansprechpartnerin für inhaltliche Rückfragen

Mag. Andrea Bauer
Mag.a Andrea Bauer BSc
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Martin-Boos-Straße 4
4210 Gallneukirchen
Österreich