Fatima S.

18 Jahre, aus Afghanistan

Menschen zwischen den Welten

Ich war 13 Jahre alt, als meine Eltern mit meinen Geschwistern und mir vor etwa fünf Jahren Afghanistan verlassen haben und wir nach Österreich geflüchtet sind. In Afghanistan konnte ich nur drei Jahre in die Schule gehen, da die Lage einfach zu unsicher wurde und ich somit zuhause bleiben musste. 


In Österreich ist es anders. Hier kann ich in Sicherheit in die Schule gehen. Ich besuche das Gymnasium in Freistadt. Das Lernen macht mir Spaß und ich bin die meiste Zeit mit der Schule beschäftigt. Da ich viel lerne, habe ich wenig Freizeit und wenn, dann gehe ich mit meinen Eltern spazieren, wir schauen einen Film oder ich treffe mich mit Freunden. Ich kenne in Gallneukirchen viele Leute und alle sind nett zu uns.


In meiner Freizeit lese ich auch sehr gerne. Vor allem Bücher mit realen Geschichten finde ich sehr spannend und ich lerne dadurch auch andere Länder und Kulturen kennen. Ich würde später auch gerne verreisen. Zuerst  möchte ich in alle Bundesländer und Hauptstädte in Österreich und dann irgendwann einmal nach London oder andere berühmte, große Städte. Dorthin wollen viele Leute und ich auch.


Als wir nach Gallneukirchen gekommen sind, haben uns Menschen aus Gallneukirchen besucht und mit uns einfache, deutsch Wörter gelernt. Damals habe ich mit Fragen wie zum Beispiel „Wie geht es dir?“ begonnen. Es hat mir Spaß gemacht, die deutsche Sprache zu lernen. Ich bin wissbegierig und freue mich, wenn ich Neues kennenlerne. Mittlerweile ist es schon schwieriger geworden und ich muss viel lernen, damit ich die Schule schaffe. Meine Mitschüler, die zwar jünger sind als ich, unterstützen mich und sind auch sehr nett. Ich würde später gerne Ärztin werden und dafür muss ich Medizin studieren.


Ich habe gerne Kontakt zu anderen Leuten. Doch wenn ich gefragt werde, warum wir aus Afghanistan geflüchtet und nach Österreich gekommen sind, dann mag ich das nicht so gerne. Jemand Fremden meine – unsere Geschichte zu erzählen, fällt mir schwer. Es war keine schöne Zeit für mich und darüber spreche ich nicht gerne mit fremden Personen.


Über Afghanistan spreche ich hingegen gerne. Ich bin stolz, dass ich aus Afghanistan komme. Leider hat der Krieg das Leben dort hoffnungslos gemacht. Die Menschen machen keine Pläne für die Zukunft, die ständige Angst und Ungewissheit, ob man am nächsten Tag noch lebt, blockiert. Obwohl es eine schwierige und gefährliche Zeit war, habe ich es als ein sehr schönes Land in Erinnerung. Afghanistan ist meine Heimat. 


Am meisten gefällt mir in Österreich das Wetter, den Regen mag ich besonders gern. Und die netten Leute, die es in Österreich gibt. Wenn man Hilfe braucht, ist jemand für Einen da.
 

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