24.05.2019

Ziemlich beste Nachbarn

Für mehr Gemeinschaft, weniger Anonymität und sozialen Zusammenhalt!

In einer globalisierten Welt gewinnt der Ort, an dem wir leben, immer mehr an Bedeutung. Der örtliche Zusammenhalt und die Bedingungen guten Lebens erhält immer mehr Relevanz. Nachbarschaften können dabei Zugehörigkeit und das subjektive Gefühl von Sicherheit vermitteln. Sie werden in einer sich dynamisch verändernden Welt immanent wichtig. Das Idealbild einer lebendigen Nachbarschaft ist das einer Nachbarschaft, in der die Sorge um das eigene Wohlergehen notwendigerweise verbunden ist mit der Sorge um andere. Um die Grundlage dafür zu schaffen, braucht es die soziale Architektur, sei es durch Quartiersmanagement, sei es durch sozialen Wohnungsbau, sei es durch öffentliche und allgemein nutzbare Räume, die Begegnungen eröffnen.

 

Es gibt im Diakoniewerk viele gute Beispiele, wie im Rahmen von Stadt- und Dorfentwicklung durch Maßnahmen der baulichen, aber auch der sozialen Architektur (Quartiersmanagement) lebendige und integrative Nachbarschaften entstehen können: Mit der  „Mehr Zeller Nachbarschaft“  zum Beispiel  - im oberösterreichischen Kurort Bad Zell - ist es dem Diakoniewerk gelungen, ausgehend vom dortigen Haus für Senioren des Diakoniewerk, ein Netzwerk zu bilden, das Menschen mit Hilfebedarf, Bürgerinnen und Bürger, öffentliche Institutionen, Vereine und Sozialorganisationen, bis hin zu Betrieben miteinander verbindet. Vom Mittagstisch, dem Besuchsdienst und der Mitfahrgelegenheit – Ziel ist es, die Lebensqualität für alle zu verbessern und Gemeinschaft zu fördern.

 

Im Auftrag der Stadt Salzburg kümmert sich das Diakoniewerk um die besondere Begleitung und Unterstützung für Menschen aller Altersgruppen in den Stadtteilen Aigen & Parsch, Gnigl & Schallmoos, Itzling & Elisabeth-Vorstadt sowie Salzburg-Süd. Die Beratung der Bewohnerinnen und Bewohner in sozialen Belangen sowie die Zusammenarbeit mit Interessensgruppen und Netzwerkpartnern vor Ort stehen im Mittelpunkt. Die Stadtteilarbeit fördert dabei die soziale Teilhabe, Mitsprache und Mitbestimmung, indem die Angebote im kontinuierlichen Dialog mit den Bewohnerinnen und Bewohnern erstellt werden.

 

Das Zukunftsmodell „Lebendige Nachbarschaft“ (LeNa) fördert in der Wohnanlage am Linzer berg/Engerwitzdorf die bewusste Vernetzung der Mieter sowie Stärkung des Nachbarschaftsgefühls. Ziel von LeNa ist es, die Mieter aus der Anonymität der Wohnanlage zu holen und sie gut miteinander zu vernetzen. Das bedeutet die Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner zu kennen und Lösungen im Kreis der Mieter zu finden. Von einem Botendienst und einer Mitfahrbörse, über die Gestaltung gemeinsamer Freizeitaktivitäten bis zu einer Verleihbörse für selten gebrauchte Haushaltsgegenstände kann alles entstehen. Aktiv verbindend steht hier eine Wohnkoordinatorin zur Seite.

 

Diese Beispiele stehen stellvertretend für viele Initiativen und Projekte des Diakoniewerks, die ein gutes Miteinander stärken und Achtsamkeit mit seinen Mitmenschen, der Umwelt und der direkten Umgebung fördern. Denn nur wenn jeder von uns Verantwortung für das, was vor der eigenen Haustüre passiert, übernimmt, kann ein schönes, mitsorgendes Lebensumfeld geschaffen werden.

 

Aus diesem Grund: Nachbarn schnappen und heute das Miteinander feiern!