11.10.2019

Work AND Life - oder doch mehr „Life“?

Linz

Unglaublich tolle Inhalte brachte das diesjährige Martinstift-Symposion in Linz. Die harten Rahmenbedingungen in der Behindertenarbeit bildeten den Hintergrund. Mehr als 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zog es an diesem Freitag durch einen Mix aus Realität und gefühlter Vision.

Christoph Zulehner`s Stichwort: "Ko-Kompetenz aufbauen" klingt logisch, wenngleich unser Bild des Allrounders auch ganz sympathisch wirkt. Das Bild eines Allrounders dessen „Eis“ sichtbar dünner wird, steht die kleine, kompakte Expertenscholle gegenüber. Expertin/Experte im seinem Fach und im Netzwerk wirksamer und erfolgreicher zu sein, sieht Zulehner als zukunftsfähige Haltung und Arbeitsweise. Wir brauchen einander, das ist der Punkt.  Der Generationenwandel bringt ein neues Selbstverständnis mit sich. Teilzeitarbeit statt 60 Stundenjob. Eigene Kultur statt mit der Masse gehen.

 

Die Generation Z spricht von "Arbeitszeit ist Lebenszeit". Die Frage nach dem Sinn (Purpose), dem Warum steht im Mittelpunkt. Der Mehrwert und Nutzen muss zu beantworten sein. Damit verbunden verändern sich die Leadershipaufgaben – Junge wollen speziell geführt werden. Sie sind anspruchsvoll, verfolgen eine Kultur „on demand“ und haben hohe Erwartungen in Richtung Schnelligkeit der Antworten. Steffi Burkhart (siehe Foto) betont in ihrem Vortrag: „Die Soft skills sind die neuen hard skills.“ Menschlichkeit und Empathie spielen eine große Rolle. Der Arbeitgebermarkt wird zum Bewerbermarkt – die Wahl treffen die Jungen. Home Office, Büro und Co-working space bilden die neue Arbeitskultur – kein Entweder oder sondern ein Sowohl als auch. Und dennoch heisst es: gemeinsam gehen. Fünf Generationen müssen am Arbeitsplatz gemeinsam Großes schaffen.

 

Mit Michael Trybek wurde der Humor als Existenzielles in den Raum gestellt. Er hat etwas Heilendes, vorallem in schwierigen Zeit. Und die haben wir nun - unter dem Druck von Budgetkürzungen, höheren Erwartungen der Betroffenen, gestiegener Nachfrage der Leistungen und eines zugrundeliegenden Menschenrechts kombiniert mit der Menschenwürde.
Apropos, „Menschenrechte müssen lästig sein, sonst würden sie ihren Sinn verfehlen“, ist Jürgen Wallner überzeugt. Sie müssen Ansporn sein, weiterzugehen, etwas zu verbessern an der Situation, für die Menschen, die wir begleiten.

 

Sarah Eibensteiner, begleitete Mitarbeiterin  in der Kunstwerkstatt Medien des Diakoniewerks bildete mit ihrem Videobeitrag den Abschluss. Sie stellte DIE Frage: „Was macht engagierte Begleitung tatsächlich aus?“ Die Antworten waren sehr individuell, der Nenner ein gemeinsamer –  „Selbstbestimmung gut begleiten – mit Bedacht und mutigem Geist“.

 

Terminaviso:

48. Martinstift-Symposion am 16.10.2020!