30.09.2019

Wissen, was den SeniorInnen Freude bereitet

Salzburg

Kamila Scheuerer hat in München die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft absolviert, seit zehn Jahren arbeitet sie in Salzburg im Haus für Senioren des Diakoniewerks. Die Bezugspflege und die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen zeichnen für sie den Arbeitsalltag aus.

Mit einem fröhlichen „Herzlich willkommen“ begrüßt Kamila Scheuerer die BesucherInnen im Haus für Senioren des Diakoniewerks in Salzburg. Am gefühlt heißesten Tag des Jahres gewährt sie Einblick in ihren Arbeitsalltag. Nach einem kurzen Gespräch geht’s auch schon los. „Am besten einfach mal mitkommen“, meint sie und schwups ist sie raus aus dem Mitarbeiterbüro. Auf dem Weg durchs Haus erklärt sie die Besonderheiten des Betreuungsalltags. „In der Pflege ändert sich viel, oft ist es stressig, aber was mir hier gefällt, ist die Bezugspflege, das Vertrauen, das man hat. Man ist für alle Bewohnerinnen und Bewohner zuständig und für einen die Hauptansprechpartnerin. Das wissen auch die Angehörigen und das macht vieles leichter“, erklärt Scheuerer. „Durch diese persönliche Beziehung weiß ich ganz genau, was den Bewohnerinnen und Bewohnern Freude bereitet.“

 

Das zeigt sich schon am Morgen. An diesem Tag hat sie einen 10-Stunden-Dienst. Um 7.30 Uhr beginnt ihr Arbeitstag mit der Dienstübergabe, danach verteilt sie die Medikamente. Zu viert sind sie an diesem Tag im Dienst und betreuen 26 Menschen. Sie sprechen sich ab, wer welche BewohnerInnen versorgt. „Die erste Bewohnerin, die ich heute betreue, möchte immer gerne früh fertig sein“, erklärt Scheurer. Sie hilft ihr beim Anziehen und bei der Körperpflege. Danach geht’s zum nächsten Bewohner, ihm hilft sie in den Rollstuhl und beim Frühstück einnehmen. Dem nächsten Bewohner leitet sie bei der Körperhygiene an, setzt ihm eine neue Batterie ins Hörgerät ein, Frühstücken kann er selbst. Bei der vierten Bewohnerin dreht Kamila Scheurer gleich mal das Radio auf. „Sie mag die Musik am Morgen und ich helfe ihr beschwingt beim Anziehen und der Körperhygiene“, erklärt Scheuer.

 

Mit Kollegen austauschen ist besonders wertvoll

 

Gegen 9.30 Uhr gibt’s die erste Verschnaufpause beim Frühstück für MitarbeiterInnen. „Wir können uns austauschen, die Teamleitung ist dabei, manchmal auch Therapeuten oder unsere Seelsorgerin“, erklärt Scheuer. „Mir gefällt das, weil wenn mir in der Früh zum Beispiel eine Kontraktur auffällt, kann ich mir gleich Tipps vom Fachmann holen, worauf ich achten soll.“ Danach geht es weiter mit der Betreuung der BewohnerInnen. Routiniert wechselt sie Inkontinenz-Versorgungen, hilft den Seniorinnen und Senioren beim Aufstehen, begleitet sie in den Aufenthaltsbereich oder wieder zurück ins Appartement. „Wir haben noch sehr selbstständige Damen, die wir aber zum Trinken anleiten, weil sie das gerne vergessen. An so heißen Tagen wie heute achten wir noch mehr darauf“, erklärt sie.

 

Nach dem Mittagessen wird es etwas ruhiger, viele Bewohnerinnen und Bewohner rasten sich aus. Kamila Scheuerer und ihre Kolleginnen und Kollegen haben für heute etwas Erfrischendes geplant. „Wir machen eine kleine Eis-Party“, schmunzelt sie. Eine Kollegin hat bereits mit einigen Bewohnerinnen ein Quiz begonnen. Kamila Scheuerer holt noch andere Bewohner dazu. Ihrem Bezugsbewohner richtet sie einen Eiskaffee her – sie weiß, dass er den mag. Die Stimmung ist entspannt trotz der heißen Temperaturen. Im Aufenthaltsbereich ist es abgedunkelt, damit die Hitze draußen bleibt. „Ich genieße solche Sachen, die Betreuung. Nicht nur das Pflegen und Rennen, das gibt’s natürlich auch, aber was vom Dienst bleibt, ist das Lachen und wenn ich sehe, wie sich mein Bezugsbewohner freut, dass ich heute wieder da bin“, erklärt Kamila Scheuerer.

 

Am späten Nachmittag kehrt wieder die Routine ein. „Der hauswirtschaftliche Dienst bereitet das Essen vor, wir teilen es gegen 17 Uhr aus, helfen beim Einnehmen, im Sommer schon auch mal im Garten“, erzählt Scheuerer. Danach beginnt die Abendversorgung, dann sind sie nur noch zu dritt im Dienst, aber es ist ruhiger als am Morgen, weil die Bewohnerinnen und Bewohner gerne unterschiedlich spät ins Bett gehen wollen. Um 18.30 Uhr ist dann der heiße Arbeitstag auch für Kamila Scheuerer zu Ende.

 

Foto: Kamila Scheuerer und Bewohner Hans-Peter Dengg kennen sich seit zehn Jahren. Fotocredit: Diakoniewerk