12.05.2020

Ist ein Job im Sozialbereich etwas für mich? Jetzt weiß ich: JA!

 Johanna Rameder-Pöschl macht ein Freiwilliges Sozialjahr der Diakonie im Diakoniewerk und erzählt über ihre Erfahrungen in Zeiten von Corona

Liebe Johanna, du machst das Freiwillige Sozialjahr der Diakonie (FSJD abgekürzt) bei uns. Erzähl uns bitte ein wenig aus deinem Alltag, der sich sicherlich sehr aufgrund der Corona-Pandemie verändert hat zu jenem Zeitpunkt, als du im Diakoniewerk mit dem FSJD begonnen hast.

 

Ich mache mein Freiwilliges Sozialjahr in einem Wohnbereich für Menschen mit Behinderung des Diakoniewerks in Oberösterreich. Hier ist es wie in einem großen Haushalt – wir waschen Wäsche, wir bereiten das Essen vor, wir gehen gemeinsam spazieren. Und manche der Bewohnerinnen und Bewohner brauchen auch Pflege.

 

Wie hast du die letzten Wochen in der Krise erlebt?

 

Gerade jetzt, zu Corona-Zeiten, verbringen wir viel Zeit miteinander. Denn Werkstätten und viele Arbeitsplätze sind geschlossen und das bedeutet, dass die Bewohner*innen auch tagsüber zu Hause sind.  Wir machen jetzt sehr viel miteinander, haben viel Spaß und ich lerne viel – zum Beispiel, wie selbstständig die meisten Bewohner*innen sind. Wenn man einen Menschen immer in einer bestimmten Situation sieht, lernt man nur einen ganz kleinen Teil des Menschen kennen.

 

Wie hat dich das FSJD verändert?

 

Das Freiwillige Sozialjahr hat mich feinfühliger gemacht. Wenn ich jetzt einen Menschen kennenlerne, versuche ich, ihn aus anderen Blickwinkeln anzuschauen. Ich bin jetzt offener. Allgemein und vor allem, was die Fähigkeiten anderer Menschen betrifft.

 

Warum hast du das FSJD begonnen?

 

Dass ich mit Menschen arbeiten möchte, war mir schon länger klar. Aber mir hat die Erfahrung aus der Praxis gefehlt, um wirklich gut einschätzen zu können, ob ein Job im Sozialbereich etwas für mich ist. Jetzt weiß ich: ja!

 

Welche Erfahrungen nimmst du mit?

 

Ich finde, das Freiwillige Sozialjahr ist auch wichtig, weil es dir die anstrengenden Seiten an einem Beruf zeigt. Es gibt Aufgaben, die sind nicht unbedingt super, aber wichtig und müssen gemacht werden. Mir war zum Beispiel nicht klar, wie viel Wäsche in einem so großen Haushalt anfällt – und die muss gewaschen, zusammengelegt und eingeräumt werden :-) 

Ich habe im Freiwilligen Sozialjahr viel für meine berufliche Zukunft gelernt. Und - auch, wenn das kitschig klingt - viel für’s Leben. Und über mich. Aber vor allem macht es mir arg viel Spaß!