17.05.2019

25 Jahre Diakoniewerk Salzburg

Salzburg

Mit einer Handvoll MitarbeiterInnen im Haus für Senioren startete das Diakoniewerk 1994 mit der Seniorenbetreuung in Salzburg. 25 Jahre später ist es ein Sozialunternehmen mit über 30 Dienstleistungen, 380 MitarbeiterInnen aus 22 Nationen sowie über 500 Freiwilligen. Neue Projekte sind bereits in Planung.

25 Jahre Diakoniewerk Salzburg: Professionelle Dienstleistung auf einem starken Wertefundament

 

Mit dem Bau des Diakonie-Zentrums in Aigen startete das Diakoniewerk in Salzburg in eine vielfältige Zukunft. Zusätzlich zum neuen Diakonissen-Krankenhaus wurde 1994 das Angebot um die Seniorenbetreuung erweitert und der erste Schritt in die Soziallandschaft gesetzt. Es begannen im gleichen Jahr die Ausbildung an der Schule für Sozialbetreuungsberufe sowie die Tagesbetreuung Aigen. „Die Pflege und Betreuung von Menschen im Alter sowie die Unterstützung ihrer Angehörigen ist unser größter Arbeitsschwerpunkt geworden. Alleine in der Hauskrankenpflege und Haushaltshilfe leisten unsere MitarbeiterInnen über 60.000 Einsatzstunden und betreuen über 750 Menschen pro Jahr“, berichtet Michael König, Geschäftsführer des Diakoniewerks Salzburg.

 

Biografie und Selbstbestimmung als Basis der Arbeit

Zentrales Anliegen war von Beginn an eine wertschätzende und biografieorientierte Begleitung von Menschen. „Wir stehen für eine Betreuung auf Basis eines ganzheitlichen Menschenbildes, das auch die spirituelle Dimension erfasst. Es geht uns um die würdevolle Begleitung, um Inklusion, Selbstbestimmung und Mitsorge für Menschen in herausfordernden Lebenssituationen“, erklärt König. Im Sinne dieses unternehmerischen Selbstverständnisses hat das Diakoniewerk über die Jahre auf zahlreiche soziale Themen reagiert: Mit der kostenlosen Demenzberatung werden monatlich 130 Menschen erreicht, Angehörige informiert und entlastet. 23 Physio- und ErgotherapeutInnen sowie Logopädinnen verbessern jährlich in rund 14.000 Einzeltherapien die Lebensqualität hunderter PatientInnen. 70 Freiwillige helfen 100 Kindern einmal pro Woche beim Lernen und rund 80 Freiwillige wirken mittels Besuchsdienstes für Zuhause der Vereinsamung von 95 meist hochaltrigen Menschen entgegen. Mit Wohnreinrichtungen für Menschen mit Behinderungen und inklusiven Gastronomiebetrieben unter den Marken Kowalski und Kulinarium setzt das Diakoniewerk im Bereich der Behindertenarbeit wichtige Akzente im Bundesland Salzburg.

 

Beherzt, entschlossen und flexibel zeigte sich das Diakoniewerk auch in der Flüchtlingsbetreuung. „Es war für uns selbstverständlich bei der Migrationsbewegung mitanzupacken. Mit beeindruckendem Einsatz unserer MitarbeiterInnen und Freiwilligen konnten rund 1.000 Menschen aus 40 Nationen in unseren Flüchtlingsquartieren gut betreut werden. Jetzt fokussieren wir uns in diesem Bereich auf die Integrationsarbeit. Da koordinieren fünf MitarbeiterInnen 180 freiwillige SprachtrainerInnen im gesamten Bundesland“, berichtet König.

 

Salzburg mit Projekten und Ideen mitgestalten

Für die nächsten 25 Jahre hat das Diakoniewerk ebenfalls viel vor. Die Gesellschaft braucht neue Ideen und Angebote als Antwort auf den steigenden Betreuungs- und Pflegebedarf älterer Menschen. Innovativ sind Konzepte wie die mehrstündige Alltagsbegleitung für pflegende Angehörige oder die soziale Wohnkoordination, die nachbarschaftliche Netzwerke in größeren Quartieren aktiviert. Zusätzlich braucht es auch mehr Fachkräfte. „Wir bilden seit 25 Jahren selbst MitarbeiterInnen in Sozialbetreuungsberufen aus. Derzeit sind es 230 Studierende und wir sehen, dass der Bedarf weiter steigen wird. Unsere ExpertInnen bringen sich daher in der Pflegeplattform des Landes ein, auch um die Rahmenbedingungen für MitarbeiterInnen in der Senioren- und Behindertenarbeit zu verbessern“, berichtet König. Aufgrund der Übernahme des Schulgeldes durch das Land Salzburg ab dem kommenden Schuljahr gibt es bereits ein erfreuliches, steigendes Interesse an den Ausbildungen für Sozialbetreuungsberufe.

 

Kürzlich startete auch die Ausbildungsbegleitung für Menschen mit Migrationshintergrund, die im Sozialbereich arbeiten wollen. So wie die Demenzberatung soll auch dieses Angebot verstärkt auf Salzburgs Umlandgemeinden bzw. den Flachgau ausgeweitet werden. 2021 werden die Hausgemeinschaften in Henndorf in Betrieb gehen und eine Modernisierung im Haus für Senioren in der Stadt Salzburg steht in den nächsten Jahren ebenfalls an. „Natürlich steht auch die Frage im Raum, was in einigen Jahren mit dem Klinikgebäude in Salzburg-Aigen passieren wird. Uns ist eine Nachnutzung wichtig, die zu unserem Auftrag passt. Hier arbeiten wir schon intensiv an zukunftsweisenden Konzepten“, sagt Michael König.

 

Ziel ist, dort aktiv zu werden, wo auf Basis des diakonischen Auftrages und der christlichen Wurzeln ein Ruf spürbar wird. „Wir wollen Lösungen für die drängenden sozialen Fragen mitentwickeln – sei es der steigende Pflegebedarf, die Gestaltung einer gleichberechtigten Gesellschaft für Menschen mit Behinderung oder auch die Anwaltschaft für Menschen wie ArmutsmigrantInnen, die am Rande der Gesellschaft stehen und mit Vorurteilen zu kämpfen haben“, erklärt Michael König.

 

Wertvolle, langjährige Kooperationen

Der Erfolg und das Wachstum des Diakoniewerks hängen mit einer breiten Unterstützung zusammen. „Ich möchte unseren Partnern im Jubiläumsjahr, allen voran dem Salzburger Verlagshaus und dem Samariterbund, danken. Ein besonderer Dank gilt Land und Stadt Salzburg, Licht-ins-Dunkel und unseren SpenderInnen, den Kulinarium-Sponsoren und verschiedenen Bauträgern, mit deren Hilfe in den 25 Jahren viele Ideen umgesetzt werden konnten“, zeigt sich Michael König über die wertvollen Kooperationen erfreut. Die Zusammenarbeit schätzt auch Landeshauptmann-Stellvertreter, Sozialreferent Heinrich Schellhorn: „Das Diakoniewerk Salzburg ist ein wichtiger und verlässlicher Partner des Landes. Das große Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein Qualitätsmerkmal der Arbeit des Diakoniewerks. Damit sichern sie die Lebensqualität von Salzburgerinnen und Salzburgern, die unsere Unterstützung brauchen. 25 Jahre gute Zusammenarbeit sind ein schöner Anlass, um Danke zu sagen.“

 

Foto: Diakoniewerk Vorstandsvorsitzender Mag. Josef Scharinger, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Heinrich Schellhorn, Landesrätin Mag. Andrea Klambauer, Stadträtin Mag. Anja Hagenauer, Diakoniewerk Salzburg Geschäftsführer MMag. Michael König beim Jubiläumsfest. Fotocredit: Diakoniewerk