Inhaltsbereich:

Aktuelle Nachrichten aus dem Diakoniewerk

06.04.2018

Bildung als Schlüssel aus der Armut - rumänische Tagesbetreuungen geben Kindern neue Chance

Bildung als Schlüssel aus der Armut

Mit den beiden Tagesbetreuungen in Sebeş/Mühlbach und Dumbrǎveni/Elisabethstadt erweitert das Diakoniewerk sein bereits 10-jähriges Rumänien-Engagement, um Kindern und Jugendlichen, vorwiegend aus Roma-Familien, eine Chance auf Bildung zu eröffnen. Im Vordergrund steht die schulische wie soziale Entwicklung der jungen Menschen, die das Diakoniewerk mit großer Sorgfalt und Freude begleitet.

„Das Diakoniewerk setzt bewusst auf Prävention und will Kindern durch Bildung, als den entscheidenden Schlüssel für den Weg aus der Armut und Ausgrenzung, eine neue Perspektive geben. Kinder aus sehr ärmlichen Verhältnissen, vorwiegend aus der Volksgruppe der Roma, laufen Gefahr bettelnd auf den Straßen zu landen. Mit den beiden Tagesbetreuungen wollen wir diesen Kindern eine Chance auf eine Zukunft geben, in der gesellschaftliche Teilhabe auch für sie möglich wird und sie der Armutsspirale entfliehen können“, so Mag. Josef Scharinger, Vorstandsvorsitzender im Diakoniewerk.

Nach knapp drei Jahren werden nun genau diese Chancen bereits spürbar. Alexandra A., Lehrkraft aus der Schule in Sebeş, berichtet: „Die Tagesstruktur, die die Schüler der vierten Klasse besuchen hat sich vorteilhaft für sie erwiesen, da sie große Fortschritte in der Kommunikation und Sozialisation gemacht haben. Bei einigen merkt man ein größeres Selbstvertrauen und die Kenntnisse in Rumänisch und Mathematik haben sich deutlich verbessert.“
Hausaufgaben nach der Schule machen war zuvor eine Herausforderung. Durch den Besuch der Tagesstruktur kommen die SchülerInnen mit bereits fertigen Arbeiten in den Unterricht. „Durch die pädagogische Begleitung der SchülerInnen in der Tagesbetreuung haben sie keine Fehltage mehr, was wiederum das Risiko des Schulabbruchs mindert.“

Die Tagesbetreuung gibt jene schulische Begleitung, die die Eltern nicht leisten können.  Sie sind vielfach damit beschäftigt, mit dem Kindergeld das Nötigste für die Familien sicher zu stellen. Einkommen aus einem gesicherten Arbeitsverhältnis fehlt aufgrund der nicht vorhandenen Arbeitsplätze zumeist. Der Schulbesuch und die Ausbildung der Kinder sind damit nebensächlich.  
Und so ist Ana* eine von ihnen, die seit 2015 die Tagesbetreuung besucht und große Fortschritte beim Lernen macht. Die guten Noten zeigen ihr Interesse für die Schule und das soziale Verhalten ist beispielhaft. „Ich würde ohne die Tagesbetreuung nicht den ersten Platz in der Schule bekommen und meine Zensuren sind sehr gut. Hier habe ich viele neue Sachen für die Schule gelernt. Doch auch wie ich im Leben auskommen soll, die guten und die schlechten Sachen und wie ich mich mit den anderen verhalten soll. Die Tagesbetreuung ist wie mein zweites Zuhause.“

„In der Tagesbetreuung machen wir die Hausaufgaben, essen in der Gaststätte beim Goldenen Löwen, zeichnen, spielen, lachen und machen Witze. Wir hören Musik, tanzen und gehen im Park spazieren“, erzählt ein Junge begeistert.

Die Tagesbetreuungen erfüllen die Bedürfnisse nach guten Schulleistungen und höherer Lern-Motivation. Ein wichtiger Baustein in deren Entwicklung bleibt jedoch die Familie, wo eine Unterstützung oft nicht vorhanden ist.

Der Erhalt der Standorte gelingt großteils mittels Förder- und Spendengeldern.

Die Tagesbetreuung in Dumbrǎveni wird von Land und Stadt Salzburg, Caritas, der Erzabtei St. Peter, dem Roten Kreuz, den Salzburger Festspielen, dem Diakonieverein Salzburg und den Salzburger Nachrichten unterstützt. Die Tagesbetreuung in Sebeş wird vom Land Oberösterreich, vom Land Tirol und aus Stiftungsgeldern finanziell gefördert. Die restlichen finanziellen Mittel versucht das Diakoniewerk mittels Spenden aufzustellen.

Rückfragen:

Mag. MBA Daniela Scharer

Kommunikation & PR

Diakoniewerk (Zentrale)

Telefon 07235 63 251 128

Mobil 0664 220 16 25

d.scharer@diakoniewerk.at

www.diakoniewerk.at/presse


Bildung als Schlüssel aus der Armut