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Landessonderausstellung 2015 Diakoniewerk Haus Bethanien 30.4. - 2.11.2015 hilfe. LebensRisken LebensChancen
 

Landessonderausstellung 2015: Hilfe. LebensRisken LebensChancen

Landesausstellungen befassen sich mit der Geschichte eines Landes, mit Kultur und insbesondere Architektur. Die Landessonderausstellung 2015 im ehemaligen Diakonissenhaus Bethanien (kurz: Haus Bethanien) des Diakoniewerkes in Gallneukirchen setzte sich mit der Entstehung und Ausformung der sozialen Sicherung in unserem Land auseinander und musste daher viel „Unsichtbares“ sichtbar machen.

Geschichte des Sozialstaates

Ein Stück weit ging es natürlich um Geschichte – um die Geschichte des Kerns des Sozialstaates. Es ging auch um die Geschichte sozialer Initiativen und Institutionen wie dem Diakoniewerk, deren Mutterhaus auch einen signifikanten architektonischen Rahmen bietet. Und es ging um die kulturspezifische Ausprägung von Solidarität und Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenslagen.

Der Weg durch die Ausstellung zeigte die Entwicklung des gesellschaftlichen Umgangs mit Lebensrisken und die aus den Problemlösungsstrategien erwachsenden Lebenschancen für die verschiedenen sozialen Gruppen.

Begreifen, einfühlen, verstehen

Der/die Besucher/in wurde dabei eingeladen, sich in verschiedene Rollen hineinzuversetzen und sich auf die imaginäre  Konfrontation mit Lebenslagen, Schicksalsschlägen und verschiedenen Formen von Hilfestellungen einzulassen.

Diese Landessonderausstellung war eine Ausstellung ohne herkömmliche Exponate, ohne Greifbares, ohne explizite Darstellung. Dennoch wurden Zustände und Herausforderungen wie Armut, Krankheit, Behinderung oder Leben am Rand der Gesellschaft mit einem interaktiven Zugang begreifbar, einfühlbar, verstehbar gemacht: mit Worten, mit Symbolen, mit neuen Wegen der Präsentation.

Soziale Sicherung

Das inhaltliche Zentrum des Ausstellungsthemas, das System der sozialen Sicherung war getragen von der Idee einer verantwortlichen, den Menschen in Problemlagen verpflichteten Gesellschaft. Ihre Wurzeln finden sich im sozialdemokratischen Solidaritätsprinzip ebenso wie im Solidarismus der christlichen Soziallehren und  in der praktischen Ethik des sozialliberalen Bürgertums.

Keiner dieser Zugänge, die sich in verschiedenen wohlfahrtsstaatlichen Konzeptionen niederschlagen, ist ein „Königsweg“ zu Bewältigung sozialer Probleme.

Auch das moderne Sozialversicherungsprinzip ist nicht allumfassend – es bedarf eines zweiten sozialen Netzes aus privaten, gruppenspezifischen und von der öffentlichen Hand getragenen Einrichtungen und Initiativen, um Lebensrisken zu minimieren und Lebenschancen zu optimieren.

Aktivierende Themenzugänge

Auf fast 1000 m² wurde dies mit Texten, Infografiken, Symbolen und besucheraktivierenden Materialien und Themenzugängen aufbereitet – mit dem Ziel, unsere spezifische Lebensqualität infolge sozialer Sicherheit einerseits zu verdeutlichen, andererseits aber ein Bewusstsein für deren Schwachstellen zu wecken und auf die Bedeutung nicht nur gesellschaftlicher, sondern individueller Verantwortung für ein akzeptables Leben und Zusammenleben zu verdeutlichen.