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Haus Bethanien

Das Haus Bethanien ist ein Symbol für die 140-jährige Geschichte des Diakoniewerks, die 1874 mit der Gründung des damaligen „Oberösterreichischen evangelischen Vereins für innere Mission in Gallneukirchen“ “ unter Pfarrer Ludwig Schwarz und den ersten Diakonissen Elise Lehner und Elisabeth Obermaier aus Thening ihren Anfang genommen hat.

Mehr als 100 Jahre lang diente es als Mutterhaus, als Heimat- und Einkehrort der Diakonissen, der einzigen evangelischen Schwesternschaft, die sich als Lebens-, Glaubens- und Dienstgemeinschaft verstanden hat. Die Diakonissen haben ihr Leben, begründet auf der Tradition der Nächstenliebe Jesu, der diakonischen Arbeit gewidmet und sich dort engagiert, wo soziale Notlagen besonders schlimm waren, wie in der 2. Hälfte des 19. Jhdts. hier im Mühlviertel.

Ausgesendet von diesem Haus, wurden sie im damaligen Österreich, in Bratislava, der heutigen Slowakei, in Meran (Südtirol), und überall dort eingesetzt, wo soziale Notlagen geherrscht haben. Folglich wurden Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und im Alter initiiert und federführend geleitet. Krankenhäuser wurden aufgebaut und dieses Know-How auch anderen zur Verfügung gestellt.
Im Mutterhaus haben sich die Diakonissen als Probeschwestern auf ihren Dienst vorbereitet und teilweise zur Gänze hier gewohnt, wenn ihr Wirkungsort in unmittelbarer Nähe war. Hierher sind sie zurückgekehrt, um sich von ihrem herausfordernden Dienst in der Gemeinschaft der Schwestern zu erholen und geistlich zu stärken. Der Westflügel des Hauses stand von Anfang an auch anderen als Wohn- und Zufluchtsort zur Verfügung. So wurden vor 100 Jahren, im September 1914 bereits die ersten Flüchtlinge des 1. Weltkrieges und 200 Waisenkinder aus Galizien aufgenommen. Zudem diente es als Lazarett während des 2. Weltkrieges.

Das Diakoniewerk hat sich dank der großartigen Arbeit der Diakonissen und später seiner MitarbeiterInnen zu einer, rund 170 Einrichtungen umfassenden, diakonischen Unternehmensgruppe entwickelt, die in den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern im Sozial- und Gesundheitsbereich in fünf Bundesländern und an Auslandsstandorten tätig ist.
Mit dem Ende der Diakonissentradition hat das Diakonissen-Mutterhaus Bethanien seine Bestimmung verloren. Dank der Landessonderausstellung 2015 war es dem Diakoniewerk möglich, das Haus in einer qualitätsvollen Weise für eine moderne und zeitgemäße Nachnutzung vorzubereiten, gleichzeitig aber auch dem Erbe der Diakonissen, der ursprünglichen Nutzerinnen und Pionierinnen der sozialen Arbeit gerecht zu werden.

Umbauarbeiten Haus Bethanien
Vorderansicht Haus Bethanien
Eingang neu Haus Bethanien

Heute befinden sich im Haus Bethanien folgende Angebote:

 

Broschüre Haus Bethanien zum Durchblättern

 

Eröffnung Haus Bethanien am 11. November 2016

Beitrag vom "Team Buntes Fernsehen", Engerwitzdorf, zur Eröffnung Haus Bethanien am 11. November 2016
Ein Film von Heinz Martinek

Nach der feierlichen Eröffnung nutzten viele Besucher den Tag der offenen Tür des Hauses Bethanien in Gallneukirchen. Knapp nach einem Jahr nach Schließung der Landesausstellung wurden viele Räume neuen Nutzern übergeben.