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COVO

Koordination von Freiwilligen (COVO)

 
 
Qualifizierung von Ausbildern und Lehrkräften in der Berufsbildung zur Vermittlung von Koordinationskompetenz für die Arbeit mit Freiwilligen im Sozialbereich (LLP-LDV-TOI-07-AT-0004 COVO)    


EINLEITUNG


Freiwilligentätigkeit und Freiwilligenkoordination

Die Europäische Kommission hat beschlossen, 2011 zum „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit“ auszurufen:
In der Europäischen Union sind Millionen von BürgerInnen ehrenamtlich tätig. Menschen aller Altersschichten leisten einen positiven Beitrag für die Gemeinschaft, indem sie einen Teil ihrer Freizeit in Organisationen der Zivilgesellschaft, in Jugendclubs, im Sozial- und Gesundheitsbereich, in Schulen, Sportvereinen usw. investieren. Die Europäische Kommission sieht die FW-Tätigkeit als gelebte Bürgerbeteiligung, die gemeinsame europäische Werte wie Solidarität und sozialen Zusammenhalt stärkt.

Vor diesem Hintergrund ist das internationale Innovationstransfer-Projekt COVO zu sehen: Die Mitwirkung bzw. der Einsatz von FW (Freiwilligen) wird in vielen Bereichen auch der Sozialen Arbeit in Europa immer wichtiger: Einerseits benötigen soziale Institutionen das Engagement von FW, um ihre Dienstleistungen auf wichtige und interessante Weise zu ergänzen und zu unterstützen. Andererseits entstehen dadurch wertvolle Beteiligungsmöglichkeiten beispielsweise für Menschen, die aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sind. Zum dritten eröffnen sich für Berufstätige, Studierende und andere Personen zahlreiche Chancen für zusätzliches Engagement durch sinnstiftende soziale Tätigkeiten - mit allen damit verbundenen Vorteilen.

Nun zeigt die Praxiserfahrung nicht nur der in dieser Partnerschaft vertretenen Organisationen aus Estland, Lettland, Polen, Deutschland und Österreich, dass der Einsatz von FW nur dann sein volles Potential entfalten kann, wenn diese FW-Dienstleistungen optimal koordiniert werden. FW können nicht mit HA gleich gesetzt werden, sondern haben andere Voraussetzungen, Bedürfnisse und Möglichkeiten.

Daraus ergibt sich die Fragestellung für das Projekt: „Wie sind MitarbeiterInnen im Sozialbereich hinsichtlich der Koordination und Begleitung von FW-Diensten optimal zu qualifizieren?“ LehrerInnen und AusbilderInnen in der sozialen Berufsbildung stehen angesichts der beschriebenen Entwicklungen vor einer wachsenden professionellen Herausforderung: Die Vermittlung bzw. Förderung der Kompetenzen für die Koordination und Begleitung von FW-Diensten, um die Ressource der FW-Arbeit voll und langfristig zur Entfaltung bringen zu können.

COVO nimmt Bezug auf die Ergebnisse der Equal-Partnerschaft „Berufe und Ausbildungen in den Gesundheits- und Sozialen Diensten“ (AT – 3 – 01/68): (Endprodukte dieser Equal-Partnerschaft sind veröffentlicht auf www.berufsbilder.org). Aufgabe war dort die „Erhebung und Darstellung der vielfältigen Ausbildungsgänge im Gesundheits- und Sozialbereich in Österreich sowie in ausgewählten Ländern“. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Problematik der Curricula und Ausbildungspläne gewidmet. Insbesondere „modulare Ausbildungen“ im Sozial- und Gesundheitsbereich wurden empfohlen.

Aus diesen sozialberuflichen Ausbildungen wurden für COVO Beiträge zur Herausbildung von Kompetenzen für die Koordination von FW-Ddiensten isoliert, mit den Erfahrungen der COVO-Projektpartner in Bezug gesetzt und in ein Curriculum zur Koordination von FW-Diensten transferiert.  COVO-Ziel war damit die Identifizierung von Kompetenzen und innovativen Konzepten für die Koordination und Begleitung von FW und deren Transfer zu einem modernen anwendungsorientierten Curriculum, dessen Module in (Berufs)ausbildungen (re)integriert werden können, bzw. sich als Elemente im Lebenslangen (auch außerschulischen) Lernen gut eignen.

Auf dem Weg zum vorliegenden COVO-Curriculum wurden im Projekt folgende sechs Arbeitsphasen durchlaufen:

1. Recherche- und best-practice-Phase
Identifizierung von best-practice-Beispielen regional erfolgreicher Koordination von FW-Diensten; Treffen einer Auswahl aus den identifizierten geeigneten modularen Komponenten bestehender Berufsausbildungen in den Gesundheits- und Sozialen Diensten;

2. Analyse- und Transfer-Phase
Anlegen der Kunden- und Mitarbeiterperspektive an die zu transferierenden Produkte;

3. Vertiefungsphase
Vertiefung von Spezialthemen (aller Partner) zur Koordination von FW (s. dazu auch COVO-Anhang zum Curriculum);

4. Curriculare Phase
Erarbeitung einer einfachen und in der Praxis brauchbaren Curriculumsstruktur - unter Beachtung von NQR- und EQR-Grundsätzen (Nationaler bzw. Europäischer Qualifikationsrahmen);

5. Übungs- und Erprobungsphase
Prüfung des in Entstehung befindlichen Curriculums durch mehrfache Erprobungen (‚pilotings’), und zwar sowohl in Form von einzelnen Modulen als auch in seiner Gesamtheit. Dazu gaben externe ExpertInnen mittels eines Fragebogens formalisierte Stellungnahmen ab;

6. Ergebnis- und Präsentationsphase
Systematisierung, Bewertung und Einarbeitung der piloting-feedbacks;
Erstellung des COVO-Endprodukts.

AusbilderInnen und LehrerInnen in Aus- und Weiterbildung in sozialen Sektoren können mit dem Transferprodukt aus COVO dabei unterstützt werden, Koordinationskompetenz für FW-Dienste an hauptberufliche MitarbeiterInnen im Sozialbereich, an TeilnehmerInnen schulischer und außerschulischer Sozialausbildungen, fundiert und entsprechend den wachsenden Anforderungen zu vermitteln.

Das COVO-Curriculum wendet sich an professionelle LehrerInnen und TrainerInnen. Die erfolgreiche praktische Umsetzung setzt neben pädagogisch-didaktischen Kompetenzen auch Erfahrungen mit der Koordination von FW-Diensten voraus.

COVO liefert keine ‚Schritt-für-Schritt-Anleitung’, sondern eine in neun Modulen gegliederte Zusammenstellung jener Kompetenzen, die nach Erkenntnis des Projektkonsortiums und gestützt auf zahlreiche Erfahrungen und Literaturbelege für die FW-Koordination unerlässlich sind. Welche der einzelnen Themen wie im Detail aufbereitet werden, bleibt in der Verantwortung der TrainerInnen und LehrerInnen (bzw. der beauftragenden Träger), denn FW-Arbeit und die Koordination derselben vollzieht sich in den europäischen Ländern und deren jeweiligen Sozialsystemen unter ganz unterschiedlichen Rahmenbedingungen.


COVO-Partnerkonsortium

Unterstützt von der Europäischen Union und betreut von der Nationalagentur für Lebenslanges Lernen (Wien) haben folgende Projektpartner von November 2007 bis Oktober 2009 im COVO-Projekt zusammen gearbeitet haben:

P1:  Ausbildung im Diakonie-Zentrum Salzburg, Österreich (Koordinator) www.diakonie-zentrum.at/de/COVO/

P2:  DieWille gGmbH, Berlin, Deutschland www.diewille.de

P3:  Seniorenstift Kaufering, Deutschland www.seniorenstift.kaufering.de

P4:  SOS-Children’s Village of Estonia, Tallinn, Estland www.sos-lastekyla.ee 

P5:  Diaconia Centre of Evangelical Lutheran Church, Riga, Lettland www.diakonija.lv

P6:  Powisle Community Foundation, Warsaw, Polen www.pfs.pl


Folgende KollegInnen haben schwerpunktmäßig und inhaltlich das COVO-Curriculum erarbeitet:

SALZBURG (A): Karl Winding (Koordinator), Matthias Reiter, Michaela Koller

BERLIN (D): Heidemarie Kollatz, Elisabeth Schneider

KAUFERING (D): Erich Püttner, Peter Braun
     
TALLINN (EE): Margus Oro, Kersti Puhm

RIGA (LV): Elga Zosima, Ilze Vitolina, Vaira Novicka

WARSCHAU (PL): Anna Gieraltowska, Malgorzata Kachniarz


Aufbau des COVO-Curriculums

Das COVO-Curriculum besteht aus folgenden neun COVO-Modulen, sowie einem ergänzenden Anhang, wobei die Zahlen in Klammer (neben den Modul-Titeln) eine zeitliche Empfehlung für die Bearbeitung der einzelnen Module in Trainings darstellen - in Summe 14 Tage (gerechnet zu 6 Vollzeitstunden bzw. zu 8 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten):

1. Ausbildung und Training (2 Tage)
Ermittlung des Qualifizierungsbedarfs, Entwicklung von (bzw. Auswahl) geeigneter Trainings für FW, Umsetzung und Auswertung der Trainings

2. Begleitung (2 Tage)
Führung und Begleitung von FW

3. Anwerbung (2 Tage)
Gewinnung und Auswahl von FW

4. Öffentlichkeitsarbeit (1 Tag)
Förderung, Bewerbung und Unterstützung von FW (FW-Arbeit)

5. Motivation (2 Tage)
Motivierung von FW

6. Netzwerkarbeit (1 Tag)
Vernetztes Arbeiten (Netzwerken)

7. Evaluation (1 Tag)
Auswertung und Bewertung von FW-Arbeit

8. Kommunikation (2 Tage)
Kommunikation mit FW

9. Organisation (1 Tag)
Organisation von FW-Arbeit

Die COVO-Module sind so angelegt, dass sie auch einzeln für sich, ohne andere Module, Bearbeitung finden können. Das impliziert gewisse Wiederholungen, die bewusst in Kauf genommen worden sind.

Nicht nur von Seite der TrainerInnen und LehrerInnen, sondern auch von Seite der Lernenden sind Vorkenntnisse rund um die FW-Arbeit, vorhandene oder begleitende Ausbildungen im Sozialbereich und/oder einschlägige Berufstätigkeit wichtig, um COVO-know-how bestmöglich entfalten zu können. Wie das COVO-piloting belegt hat, können dann in Verbindung mit dem COVO-Curriculum Kompetenzen rund um die FW-Koordination kompakt geschult bzw. verbessert werden.

Zur methodischen Herangehensweise:

Die Erstellung von Ausbildungs- und Schulungsprogrammen für erwachsene FW heißt, einige entscheidende Tatsachen über Erwachsenenbildung zu berücksichtigen: Erwachsene wollen problemorientiert, individualisiert lernen und wollen ihr Bedürfnis nach   Selbstbestimmung und persönlicher Verantwortung gewahrt haben. Eine Person, die mit der FW-Koordination in einer Organisation betraut ist, muss sich diesen Tatsachen und Prämissen jeden Tag stellen. Daher müssen sie auch in einem “train-the-trainer” Seminar in Betracht gezogen werden, wenn ein Schulungsprogramm erstellt und durchgeführt werden soll.

Jedes der neun COVO-Module ist wie folgt tabellarisch gegliedert:

•  Einführung
•  I-can-statements (Teilkompetenzen)
•  Erklärung/en
•  Beispiel/e
•  Literaturangaben

Die in I-can-statements verpackten Kompetenzen geben Lernenden und Lehrenden die Möglichkeit, rasch eine Standortbestimmung vorzunehmen: Was kann ich schon, was möchte/muss ich noch lernen? Diese Analyse liefert wichtige Informationen über die Intensität der Vermittlung einzelner Teilgebiete: Es obliegt den LehrerInnen und TrainerInnen, gemeinsam mit den Lernenden die Prioritäten und Gewichtungen der Aus- bzw. Fortbildung zu bestimmen.

Der Anhang enthält vertiefendes, ergänzendes Material (in englischer bzw. deutscher Sprache), das ebenfalls auszugsweise in Schulungen eingesetzt werden kann.


Modul-Überblick

Abkürzungen:
FW = Freiwillige, FWK = Freiwilligen-KoorinatorInnen, HA = Hauptamtliche MitarbeiterInnen

Nachfolgend werden die neun Module an Hand ihrer Einleitungen kurz erläutert:

1. Ausbildung und Training (2 Tage)
Bei der Erstellung von Ausbildungs- und Trainingsprogrammen für erwachsene FW sind grundlegende Erkenntnisse aus der Erwachsenenbildung zu berücksichtigen: Erwachsene wollen lösungsorientiert und individualisiert lernen, und sie wollen ihr Bedürfnis nach Selbstbestimmung und -verantwortung gewahrt wissen. FWK müssen sich diesen Anforderungen und Prämissen jeden Tag stellen. Außerdem sind unterschiedliche Perspektiven bei der Erstellung, Durchführung und Evaluierung von Schulungen für FW zu beachten, welche die Anforderungen der sozialen Einrichtungen an den adäquaten Einsatz von  FW, sowie die individuellen Bedürfnisse der KlientInnen umfassen.
Jeder Schulungsprozess besteht aus einem Zyklus von Aktivitäten: Zunächst geht es um eine Bedarfserhebung als Basis für das zu entwickelnde Schulungsprogramm; darauf muss die Konzeption der Schulungsangebote abgestimmt werden und schließlich kann die Schulung durchgeführt werden. Auf Basis der Auswertung der durchgeführten Schulung kann ein verbessertes Trainingsprogramm entwickelt werden - der Zyklus geht weiter.

2. Begleitung (2 Tage)
Die Begleitung von FW erfordert Rekrutierung, Motivation, Kommunikation und viele andere Fähigkeiten. Diese werden in verschiedenen COVO-Modulen wie Kommunikation und Motivation beschrieben. Die folgenden Punkte konzentrieren sich auf Themen, die über die in anderen Modulen behandelten hinausgehen oder einige der in anderen Modulen beschriebenen Aufgaben/Fähigkeiten integrieren. Sie behandeln auch organisatorische Fragen der Begleitung von FW.
Der Begleitprozess ist entscheidend für das Erreichen einer langfristigen Zusammenarbeit mit einem FW. Die Tragfähigkeit dieser Zusammenarbeit hängt vom beiderseitigen Nutzen für die FW und für die Organisation ab, von der Investition in die Entwicklung der Fähigkeiten der FW und ihre Identifizierung mit der Organisation.

3. Anwerbung (2 Tage)
Anwerbung von FW heißt, Menschen anzusprechen und sie einzuladen, sich in Organisationen freiwillig zu engagieren. Besonders wichtig bei der Anwerbung sind die Planung und die Gestaltung der Auswahl, sowie des Vorgehens bei der Suche und Gewinnung von FW. Es geht auch darum, seine Organisation aus der Innensicht zu kennen und zu wissen, wie sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Dieser Prozess soll gewährleisten, dass FW für jene Einsatzbereiche zur Verfügung stehen, die von der Organisation gebraucht und gewünscht werden. Solche Einsatzbereiche können beispielsweise sein: Einzel- oder Gruppenaktivitäten in betreuungsnahen Bereichen, direkte oder indirekte Dienstleistungen, Aufgaben in Komitées oder Beiräten, Einsätze in der Spendenaufbringung oder anwaltschaftliche Aufgaben.

4. Öffentlichkeitsarbeit (1 Tag)
Zur Arbeit von FWK gehört auch, das Bewusstsein für die Bedeutung der FW-Arbeit zu steigern. Das gilt sowohl für die Kommunikation nach innen (innerhalb der Organisation) als auch nach außen und wird in diesem Modul behandelt. Wenn die Organisation/Institution den FW freundlich begegnet und auf ihren Einsatz gut vorbereitet ist, dann sollte man darüber nachdenken, welche Zielgruppen von FW auf welche Weise am besten angesprochen werden können. Hauptfrage ist, wie der konkreten Einsatz von FW auf geeignete Art beworben werden kann. Sobald FW in die Organisation/Institution integriert sind, müssen FWK dafür sorgen, dass sie und ihre Arbeit ausreichend geschätzt werden, was wiederum FW motiviert. Diese Wertschätzung soll nicht nur durch FWK ausgedrückt werden, sondern auch durch andere KollegInnen und ab und zu durch die „oberste Ebene“; es liegt bei den FWK zu gewährleisten, dass dies geschieht.

5. Motivation (2 Tage)
Motivation der FW ist ein Prozess, der bei der Rekrutierung beginnt und schon beim ersten Zusammentreffen mit den FW wichtig ist. Fortlaufende Motivation bei einer langfristigen Zusammenarbeit mit FW ist eine Herausforderung. Sie ist auch ein Prozess, der die Anpassung der FWK an die Erwartungen der FW erfordert. FWK müssen flexibel auf die Bedürfnisse der FW eingehen, müssen aber auch Ressourcen festlegen, welche die Organisation und sie selbst einsetzen können, um die Motivation der FW zu steigern.
Motivation beinhaltet sowohl sanfte Maßnahmen, welche die Identifikation und das Engagement des FW stärken als auch konkrete Initiativen, die greifbare Vorteile bringen. Für FW ist ein entscheidendes Element die Gelegenheit, direkten Kontakt mit ihrem FWK zu haben und von ihm/ihr unterstützt zu werden. Persönlichkeit, Fähigkeiten und das Charisma der FWK spornen FW in ihren Diensten an. Ein wichtiger Aspekt ist auch die interne Kultur der Organisation: Welchen Stellenwert haben FW-Aktivitäten, wie souverän geht die Organisation mit unterschiedlichem Status, Geschlecht, der Kultur etc. der FW um?

6. Netzwerkarbeit (1 Tag)
Netzwerkarbeit in FW-Koordination steht für Zusammenarbeit verschiedener Partner und für das Herstellen von Synergien. Netzwerkarbeit wird auf einer allgemeinen Ebene zwischen verschiedenen Institutionen (zum Erfahrungsaustausch, zur gemeinsamen Anwerbung von FW und Durchführung gemeinsamer Kampagnen, Teilung der Ressourcen etc.) und auf einer spezifischen, Problem-orientierten Ebene unter Fachleuten (als Methode zur Bewältigung von Problemen von Einzelnen oder KlientInnen) angewendet. Netzwerkarbeit nützt viele Kompetenzen wie  Kommunikation, Promotion, Rekrutierung, die in anderen Modulen beschrieben werden. Die nachstehenden Punkte konzentrieren sich auf  Aspekte, die über in anderen Modulen behandelte Themen hinaus gehen oder einige in mehreren Modulen beschriebenen Aufgaben/Fähigkeiten integrieren. Netzwerkarbeit als Methode zur Erfüllung von  Bedürfnissen von Einzelnen, Klienten oder Organisationen wird auf dem Gebiet der Sozialarbeit weitgehend anerkannt, besonders in den nordischen Ländern. Netzwerkarbeit kann Grenzen überschreiten und Kontakte zwischen Ländern und Fachdisziplinen herstellen.
Ein Netzwerk ist eine soziale Struktur, die Einzelpersonen und Organisationen umfasst, die auf formelle oder informelle Weise aufgrund spezifischer Gemeinsamkeiten wie Werte, Visionen, Ideen, Freundschaft, etc. miteinander verbunden sind. Die Netzwerk-Akteure und ihre Beziehungen untereinander sind wichtig. Netzwerkarbeit kann eine bedeutende Rolle bei der Definition und der Lösung von Problemen spielen und beeinflussen, wie Individuen ihre Ziele erreichen können. Netzwerke werden zwischen FW oder zwischen HA und FW geknüpft oder es gibt gemischte Netzwerke mit externen KollegInnen und Institutionen. Netzwerkarbeit als Methode ist hilfreich für FWK, um neue FW anzuwerben oder Unterstützung für Aktivitäten der Organisation und Umsetzung der Ziele und Erfüllung der Bedürfnisse der KlientInnen zu finden.

7. Evaluation (1 Tag)
Evaluation steht für die Beschreibung, Analyse und Bewertung von Projekten, Prozessen und Organisationseinheiten. Ziel der Evaluation ist Informationsgewinnung über Nutzen beziehungsweise über Erreichung vereinbarter Ziele (SOLL). Evaluationen dienen damit der Wirkungsüberprüfung und stellen ein wichtiges Instrument zur Optimierung von Regeln und Prozessen dar. Evaluationsverfahren können sich sowohl auf die Struktur, den Prozess als auch auf das Ergebnis beziehen.
Zwei Fragen haben dabei Bedeutung: „Machen wir das Richtige?“ (Validierung) und „Machen wir es richtig?“ (Verifizierung).
Evaluationsverfahren gelangen in vielen Bereichen zur Anwendung: zum Beispiel im Bildungsbereich, in Sozialarbeit, in der Gesundheitsförderung, der Entwicklungshilfe, der Verwaltung, der Marktforschung und der Wirtschaft.

8. Kommunikation (2 Tage)
Die Koordination von FW erfordert fortgeschrittene Kommunikationsfähigkeiten und Sensibilität. Instrumente des Kommunikationsmanagements sind für FWK unerlässlich, um für das Informationsmanagement innerhalb der Organisation zu sorgen. FWK sind für die Anwerbung von FW verantwortlich, indem sie bei Veranstaltungen und in den Medien Informationen über die Arbeit in der Organisation weitergeben. Sie führen das Erstgespräch mit den potentiellen FW. Während des Einsatzes ist die Moderation und die Informationsvermittlung zwischen HA, FW und Klienten Aufgabe des FWK. Je besser und beständiger die Kommunikation zwischen allen beteiligten Parteien abläuft, desto weniger Hindernisse, Missverständnisse und Konflikte treten auf, und umso sinnvoller gestaltet sich die Arbeit der FW.
Es ist notwendig, dass FWK über das Thema der Motivation gut Bescheid wissen, beispielsweise welche Motivationsmöglichkeiten für den Einsatz von FW häufig vorkommen und wie man diese entwickeln oder verbessern kann (vgl. Modul 5).

9. Organisation (1 Tag)
Die Organisation der FW-Arbeit dient dazu, den Arbeitsprozess zu strukturieren, die Qualität der Arbeit langfristig zu sichern und die Wirkung des FW-Einsatzes optimal zu gestalten. FWK sind dafür verantwortlich, die Regeln und Prinzipien der Zusammenarbeit aufzustellen und diese zu kommunizieren, die Bedürfnisse der Zielgruppen und Beteiligten zu analysieren, die Ziele für die FW-Arbeit festzulegen, die Aufgaben unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen zu planen und in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Zu den Aufgaben von FWK gehört, dass sie auf Basis professioneller Methoden arbeiten,  rechtliche und administrative Fragen lösen, die Ressourcen für die FW-Arbeit planen und organisieren, die Ergebnisse ihrer Arbeit dokumentieren und in die Institution kommunizieren. Darüber hinaus sind FWK dafür verantwortlich, dass die Öffentlichkeit über die Erfolge der FW-Arbeit informiert wird.
Anmerkung: Das Modul basiert hauptsächlich auf den Anforderungen für die Arbeit mit langfristig engagierten FW.


Die COVO-Ergebnisse sind (mindestens) bis Oktober 2014 in englischer und deutscher Sprache kostenlos verfügbar und hier downloadbar, wobei das korrekte Zitieren aller (auch auszugsweise) aufgegriffenen, verwendeten und/oder veröffentlichten COVO-Passagen erforderlich ist (gilt auch für den COVO-Anhang): Projektart (s. Kopfzeile), Projekt-Titel (COVO – Coordination of Volunteers), Projektnummer (s. Fußzeile), Hinweis auf die Projektförderung durch die Europäische Union (s. Fußzeile).


KoordinatorIn von Freiwilligenarbeit - Zertifikate

Wenn Sie im Rahmen einer sozialberuflichen (Schul)ausbildung mit dem COVO-Curriculum arbeiten, ist unter der Voraussetzung der nachweislichen qualifizierten und ausreichend vertieften Bearbeitung (vgl. zeitliche Empfehlungen des COVO-Konsortiums) die Ausstellung von Zertifikaten durch das Projektkonsortium möglich. Bitte kontaktieren Sie dazu den COVO-Koordinator: k.winding@diakoniewerk.at


Wir danken der Europäischen Union für die gewährte Projektförderung und wünschen Ihnen eine interessante Arbeit rund um die FW-Koordination!


Salzburg, im Oktober 2009

für das COVO-Konsortium:

Dr. Karl Winding
COVO-Koordinator


LLP-LDV-TOI-07-AT-0004 COVO: This project has been funded with support from the European Commission.
This publication reflects the views only of the author and the Commission cannot be held responsible for any use
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